Empowerment – Wie deine Mitarbeiter gerne Verantwortung übernehmen

06.11.2019 | Coaching, Führung, Impuls

In meinem letzten Training klagte mir ein Manager sein Leid: er hat wöchentliche Stand-up Meetings eingeführt, bei denen jeder Mitarbeiter kurz von seinem Arbeitsstand berichtet und er nimmt sich aus seiner Sicht ausreichend Zeit, Kollegen zu erklären, wie er sich die Ausführung bestimmter Tätigkeiten vorstellt. Trotzdem bekommt er meistens nicht das gewünschte Ergebnis. „Mehr Kommunikation geht nicht. Meine Leute können selbst gestalten, aber sie wollen nicht“, meinte er.

Hast du dieses Problem auch und möchtest du wissen, wo der Fehler liegt?

Die meisten Führungskräfte wollen ihre Mannschaft „empowern“, das heißt, dazu anspornen, selbst Verantwortung zu übernehmen. Sie glauben, dass darin der Schlüssel liegt zu höherer Identifikation der Mitarbeiter mit ihrer Arbeit und demzufolge höheren Leistungen.

Daran ist erstmal nichts falsch.

Es geht um das „Wie“.

Jemanden dazu zu bringen, Verantwortung zu übernehmen, setzt voraus, dass man ihm vertraut.
Hier beginnt es vielerorts schon zu knirschen. Frag dich ehrlich: Vertraust du deinen Mitarbeitern und traust du ihnen bestimmte Aufgaben zu?

Vertrauen ist kein Selbstläufer …

… aber es ist der erste Anker, den du setzten musst, damit deine Mitarbeiter aus Eigeninitiative Verantwortung in ihrem Job leben. Dein Ziel: „Unternehmer im Unternehmen“.

Denn durch Vertrauen entsteht die große Chance und der wichtige Unterschied zwischen einfachem delegieren („ich sag dir, wie du es machen sollst“) und empowerment („ich vertraue dir, dass du die Aufgabe mit deinem Können bewältigst“).

Der Fehler, den die meisten Führungskräfte machen, ist, ihren Mitarbeitern zu erklären, wie Aufgaben ausgeführt werden sollen. Empowerment bedeutet, den Kollegen im fragenden Coaching Stil (so genanntes Führungscoaching) zum eigenständigen Denken und Handeln zu ermutigen. Damit du nicht nur delegierst sondern empowerst, haben wir für dich vier hilfreiche Tipps zusammengestellt, die dich zum agilen Führungscoach machen und die dich in Zukunft entlasten.

1. Schaffe Vertrauen

Mitarbeiter, die in ihrem Verantwortungsbereich geschätzt werden, sind motiviert, eigenverantwortlich zu handeln. Du kannst eine Vertrauenskultur aufbauen, die jedem Mitarbeiter in seinem Verantwortungsbereich genau das zeigt. „Ich vertraue Dir und deinen Fähigkeiten“.

2. Verantwortung sichtbar machen

Mit der EUPU-Matrix kannst du ganz einfach auflisten, wer welche Rolle bei Aufgaben übernimmt. Horizontal stehen die Personen deines Teams, vertikal die Aufgaben. Je nachdem, wer welche Rolle übernimmt, steht in den Kästchen jeweils ein R, U, P oder U. E steht für ERGEBNISVERANTWORTUNG: die ergebnisverantwortliche Person für die Aufgabe. U wie UMSETZUNGSVERANTWORTUNG: hier wird eingetragen, wer die Aufgabe durchführt. P für PROZESSVERANTWORTUNG: die Person, die darüber wacht, ob die Aufgaben ordnungsgemäß durchgeführt wird. U steht für UNTERSRÜTZUNGSVERANTWORTUNG: die Person, die als fachlicher Berater zur konkreten Durchführung der Aufgabe befragt werden kann. Das könnte in vielen Fällen deine Aufgabe als Führungskraft sein.

Beispiel für eine EUPU Matrix

 Teammitglied 1Teammitglied 2Teammitglied 3Teammitglied 4
Aufgabe AEPUnUm
Aufgabe BUmEPUn
Aufgabe CUnUmPE

3. Zielvereinbarung: Das To Do

Damit deine Mitarbeiter als Unternehmer im Unternehmen arbeiten und handeln, ist es wichtig, dass sie klare Ziele haben, mit denen sie sich einverstanden erklären, d.h. zu denen sie ihr Bekenntnis (neudeutsch „Commitment) abgeben. Somit wissen sie ganz genau, was von ihnen erwartet wird und engagieren sich somit für die Ziele, die sie auch als ihre ansehen. Sorge für eine konstruktive Zielvereinbarungskultur und lasse dir von deinen Mitarbeitern erläutern, wie sie Aufgaben umsetzen wollen, um zur Zielerreichung zu gelangen.

4. Klug führen

Wie du gesehen hast, landest du in der Dauerschleife und die Aufgaben kommen zu dir zurück, wenn du nur delegierst. Deshalb musst du empowern und auch deinen Teil dazu leisten, indem du aktiv Vertrauen aufbaust und in die coachende Unterstützungsverantwortung gehst.

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